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 Laufkäfer Carabus variolosus

Laufkäfer Carabus variolosus

Der Laufkäfer Carabus variolosus jagt gern unter Wasser und lebt im Hügel- und Bergland an Gewässerufern und in Sümpfen. Die Art zählt in Mitteleuropa zu den seltenen Vertretern der Gattung Carabus, was mit ihren Ansprüchen an den Lebensraum, vor allem an das Winterquartier zusammenhängen dürfte.

In der kalten Zeit findet man nämlich die Käfer in morschem Holz eingegraben, allerdings nur in solchen Stämmen und Stubben, die teils ins Wasser reichen. Das stellt innerhalb des in unserer Kulturlandschaft ohnehin selten gewordenen Habitates "Totholz" noch einmal eine spezielle Situation dar.

Manche Arten der Gattung Carabus überwintern ausschließlich im Boden, andere sowohl im Holz als auch im Boden oder unter Moospolstern, aber einige findet man mit solcher Regelmäßigkeit in morschen Hölzern, dass andere Winterquartiere für sie vermutlich nicht in Frage kommen.

Zu dieser Gruppe dürfte Carabus variolosus gehören, der aber im Unterschied zu anderen, häufigen Arten Holz in weniger feuchten Lagen strikt meidet. Seine Seltenheit ist ein Hinweis darauf, dass dieser Laufkäfer anders nicht überwintern kann und morsches Holz am Wasser für ihn überlebensnotwendig ist – obwohl er in der Saison als Räuber einfach "nur durch die Gegend rennt" (und taucht). Etwa in Böhmen gilt die Art bereits als ausgestorben und wird in der Tschechischen Republik nur noch aus Mähren als Seltenheit gemeldet (Hůrka 1996).

 Laufkäfer Carabus variolosus (Coleoptera: Carabidae)

Statt Naturschutz: bildungsfeindliche Gesetze

Der abgebildete Käfer wurde im ostslowakischen Vihorlat-Gebirge in einem jungen Buchenwald gefunden, der nun dort wächst, wo rund zwanzig Jahre zuvor noch ein Urwald stand. Zwischen den Stangenhölzern zerfallen dort jetzt die letzten Reste der mächtigen Baumstämme. Im Spiegel derartiger Eingriffe in Lebensräume wirkt es wie ein Hohn, wenn das Sammeln solcher und anderer Käfer für Zwecke der Forschung, Bildung, Dokumentation oder auch nur zum Vergnügen gesetzlich verboten ist. In der Slowakei und in manchen anderen Ländern unterliegen etwa sämtliche Arten der Gattung Carabus einem Tötungsverbot – die Bezeichnung "geschützt" ist in diesem Zusammenhang irreführend, selbst wenn sie in Gesetzestexten vorkommt.

Denn schützen muss man die Landschaft. Während etwa große Wirbeltiere auch durch direkte Bejagung dezimiert werden können, kommt es bei Insekten in Anbetracht ihrer Vermehrungsraten und ihrer Populationsdynamik nur auf die Erhaltung oder Vernichtung des Lebensraumes an.

Fangverbote führen hier nur dazu, dass ehrenamtliche entomofaunistische Forschung verunmöglicht wird und gerade bei der Jugend die Bildung in Artenvielfalt weitgehend ausbleibt – denn die eigene Sammlung ist die beste Motivation und Methode, Artenkenntnis zu erwerben, und gerade große Arten wie etwa Laufkäfer der Gattung Carabus üben auf junge Adepten der Entomologie die größte Faszination aus. So aber nimmt es kein Wunder, wenn es im Naturschutz an kompetentem Nachwuchs mangelt. Sogar weltberühmte Experten und Universitätslehrer können heute Opfer einer aus den Fugen geratenen Gesetzgebung werden – Gefängnis inbegriffen.


Literatur

Hůrka, K. (1996): Carabidae of the Czech and Slovak Republics. Kabourek–Zlín. 565 S.


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