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Der xerothermophile Prachtkäfer Sphenoptera antiqua zählt in Mitteleuropa zu den seltensten Trockenrasenbewohnern. In Österreich gilt die Art seit vielen Jahrzehnten als ausgestorben; der Grund ist Lebensraumverlust, vor allem durch Intensivierung und Ausweitung des Weinanbaus und durch Bautätigkeit. Das abgebildete Exemplar stammt aus der südlichen Slowakei; auch dort zählt aber die Art heute zu den seltensten Vertretern der Familie Buprestidae.
Als Brutpflanzen werden in der Literatur einige Gattungen der Fabaceae genannt. Da sich die Larve in der lebenden Wurzel entwickelt, dürfte sie auf einen bestimmten physiologischen Schwächegrad der Pflanze angewiesen sein. Wahrscheinlich kann Sphenoptera antiqua nur in ausgedehnten Trockenrasenkomplexen überleben, die geomorphologisch vielfältig und ausreichend groß sind, um einer Populationsdynamik des Prachtkäfers und seiner Brutpflanzen Platz zu bieten.
Auch die in den Wärmeregionen Mitteleuropas erst im Verlauf der letzten Jahrzehnte weitgehend aufgegebene Freilandbeweidung hat früher den heterogenen Charakter von Trockenlebensräumen mitgestaltet – ähnlich wie einst die natürliche Tierwelt schon die Urlandschaft geprägt hat. So dürfte etwa Huftritt die Pflanzen zur Bruttauglichkeit hin regelmäßig beeinträchtigt haben. Da manche der Brutpflanzen von Sphenoptera antiqua mit Dornen bewehrt sind, kann man hier von einer Symbiose der Weidetiere und des Prachtkäfers sprechen – einer Symbiose, die dort nicht mehr stattfinden kann, wo der Prachtkäfer ausgestorben ist.
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